Omega Fettsäuren

Zellgesundheit und Omega-3 Fettsäuren

Warum mich das Thema Omega-3 gefunden und nicht mehr losgelassen hat, so dass ich mich intensiv mit Zellmembranen, Omega-3 und damit verbundenen Konsequenzen für die Gesundheit beschäftigt habe.

Hier kannst Du Dir den Text von Felix, einer KI-Männerstimme vorlesen lassen, wenn Du lieber hören statt lesen möchtest.


Dieser Bericht entstand aus einer intensiven persönlichen Recherche. Ich habe Studien gelesen, Fachinterviews angehört, Hersteller verglichen und wissenschaftliche Hintergründe recherchiert. Besonders häufig begegnete mir dabei Prof. Dr. Clemens von Schacky, dessen wissenschaftliche Haltung und Argumentation mich überzeugten. Dieser Bericht gibt meine persönliche Zusammenfassung dieser umfangreichen Recherche wieder.

Zusammenfassung für eilige Leser

Falls Du gerade keine Zeit hast, den gesamten Bericht zu lesen, findest Du hier die wichtigsten Erkenntnisse in Kurzform.

Meine persönliche Essenz aus meiner umfangreichen Recherche lautet:

  • Gesundheit beginnt in jeder einzelnen Körperzelle.
  • Die Geschmeidigkeit (Membranfluidität) der Zellmembranen spielt eine zentrale Rolle für die optimale Funktion jeder Zelle.
  • Dafür sind insbesondere die langkettigen Omega-3 Fettsäuren relevant. Vor allem EPA und DHA. DPA rückt zunehmend in den Fokus der Forschung.
  • Pflanzliche Quellen wie Lein-, Chia- oder Hanfsamen sowie die daraus gewonnenen Öle liefern zwar die essentielle Omega-3 Fettsäure ALA, können eine ausreichende Versorgung mit langkettigen Omega-3 Fettsäuren jedoch häufig nicht sicherstellen.
  • Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren. Das bedeutet, dass unser Körper sie nicht selbst herstellen kann und wir sie über die Nahrung aufnehmen müssen.
  • Entscheidend ist nicht, wie viel dieser Fettsäuren eingenommen werden, sondern wie viel tatsächlich in den Zellmembranen ankommt und dass in der Zellmembran kein Übermass der einen oder anderen Fettsäuren vorhanden ist, weil sich ein Ungleichgewicht der Fettsäurezusammensetzung ungünstig auf die Eigenschaften der Zellmembranen auswirken kann.
  • Deshalb hat mich der wissenschaftlich etablierte HS-Omega-3 Index® als objektive Langzeitmessung überzeugt.

Meine Recherche hat mich zu einem einfachen Vorgehen geführt:

Verstehen → Messen → Verhalten und Einnahme anpassen → Nach einigen Monaten erneut messen.

Im just happy center werde ich Menschen deshalb nicht einfach ein Produkt empfehlen, sondern sie dabei unterstützen,

  • ihren persönlichen Fettsäuren-Status herauszufinden,
  • die Test-Ergebnisse zu verstehen,
  • gemeinsam eine passende Strategie für Verhalten und Einnahme zu entwickeln
  • und später erneut zu überprüfen, wie die Strategie wirkt.

Gesundheit entsteht aus meiner Sicht selten durch eine einzelne Massnahme. Sie entsteht dort, wo viele gut verstandene Bausteine sinnvoll zusammenspielen.

Wenn Du wie ich tiefer in das Thema eintauchen möchtest, findest Du im folgenden Bericht wissenschaftliche Hintergründe, die ausführliche Dokumentation meiner persönlichen Recherche sowie zahlreiche weiterführende Themen rund um Zellgesundheit und Omega-3 Fettsäuren.

Was bedeutet eigentlich Zellgesundheit für unser Wohlbefinden?

Wenn Menschen an ihre Gesundheit denken, denken viele an einzelne Organe wie das Herz, den Darm, das Gehirn oder an die Lunge, Muskeln oder Gelenke. Sie sprechen über Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker oder Vitamine und beschäftigen sich mit Ernährung, Bewegung, Schlaf oder Entspannung.

Nur selten stellen sie sich eine viel grundlegendere Frage: Wie gesund sind eigentlich die Milliarden von Zellen, aus denen unser Körper besteht?

Unser Körper besteht aus schätzungsweise rund 30 Billionen Zellen. Jede einzelne davon lebt, arbeitet, kommuniziert und erfüllt eine ganz bestimmte Aufgabe. Sie sorgen dafür, dass Blut durch unseren Körper zirkuliert, leiten elektrische Signale, bilden Hormone oder bekämpfen Krankheitserreger.

Unser Körper ist ein wahres Wunder der Erneuerung. Täglich sterben Milliarden von Zellen ab und werden durch neue ersetzt. Manche Zellen erneuern sich erstaunlich schnell: Weisse Blutkörperchen je nach Typ innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen, rote Blutkörperchen etwa alle 120 Tage. Hautzellen etwa alle 4 Wochen und die in der Darmschleimhaut sogar innerhalb von 3 bis 5 Tagen. Leberzellen erneuern sich durchschnittlich innerhalb von 6 bis 12 Monaten. Knochen werden laufend umgebaut und sind nach etwa 10 Jahren weitgehend erneuert. Herzmuskelzellen hingegen besitzen eine geringe Erneuerungsfähigkeit. Nervenzellen des Gehirns können ein Leben lang bestehen bleiben.

Unabhängig von diesen unterschiedlichen Erneuerungsraten gilt, dass jede Zelle eine funktionierende Zellmembran benötigt, um ihre Aufgabe optimal erfüllen zu können. So unterschiedlich die Aufgaben der Zellen auch sind – sie alle haben eines gemeinsam: Jede einzelne Zelle muss funktionieren, damit wir gesund bleiben.

Gesundheit beginnt deshalb nicht erst bei einem Organ. Sie beginnt viel früher – in jeder einzelnen Zelle unseres Körpers.

Man könnte zur Veranschaulichung unseren Körper mit einer grossen Stadt vergleichen. Jede Zelle ist wie ein einzelnes Haus. Wenn die Häuser gut gebaut sind, genügend Versorgung erhalten, miteinander kommunizieren und Abfälle zuverlässig entsorgen können, funktioniert die ganze Stadt. Werden jedoch immer mehr Häuser schlecht versorgt oder können ihre Aufgaben nur noch eingeschränkt erfüllen, wirkt sich das früher oder später auf das gesamte Zusammenleben aus.

Ganz ähnlich verhält es sich mit unserem Körper. Unser Wohlbefinden entsteht nicht an einem einzigen Ort. Es ist das Zusammenspiel unzähliger kleiner Prozesse, die jede Sekunde in Milliarden von Zellen gleichzeitig stattfinden.

Dabei geht es nicht nur darum, dass eine Zelle lebt. Sie muss auch in der Lage sein,

  • Nährstoffe aufzunehmen,
  • Sauerstoff zu verwerten,
  • Energie bereitzustellen,
  • Informationen zu empfangen und weiterzugeben,
  • Stoffwechselprodukte wieder abzugeben,
  • auf Veränderungen ihrer Umgebung zu reagieren
  • und sich bei Bedarf zu erneuern.

Erst wenn das über längere Zeit nicht mehr optimal funktioniert, beginnen wir Veränderungen wahrzunehmen. Manchmal zunächst nur als nachlassende Energie oder ein Gefühl, dass etwas nicht mehr ganz im Gleichgewicht ist.

Wenn also Gesundheit tatsächlich in jeder einzelnen Zelle beginnt, lohnt es sich vielleicht, unseren Blick einmal mit der Frage «Was brauchen unsere Zellen, damit sie ihre Aufgaben möglichst gut erfüllen können?» genau dorthin zu richten.

Diese Frage hatte mich auf eine spannende und intensive Reise geführt. Je tiefer ich mich mit der Zellgesundheit beschäftigte, desto deutlicher wurde mir, dass eine Struktur dabei eine ganz besondere Rolle spielt: die Zellmembran.

Die Zellmembran – mehr als nur eine Hülle

Die Zellmembran ist nicht einfach eine dünne Hülle, welche die Zelle zusammenhält. Es handelt sich vielmehr um hochkomplexe und faszinierende Biologie. Die Zellmembran entscheidet fortlaufend darüber, was in die Zelle hinein gelangt, was sie wieder verlässt und wie sie mit ihrer Umgebung kommuniziert.

Im Veranschauungsvergleich mit der Stadt kann man sie sich wie die intelligente Aussenwand eines Hauses vorstellen. Eine gute Hauswand schützt nicht nur vor Wind und Wetter. Sie besitzt Fenster, Türen, Sensoren und vielleicht sogar eine moderne Gebäudeautomation. Sie entscheidet auch, wer eintreten darf, welche Wärme im Haus bleibt und welche Luft ausgetauscht wird. Und durch sie geht auch der Abfall, der im Haus entsteht wieder hinaus.

Ganz ähnlich arbeitet auch die Zellmembran. Sie schützt die Zelle und grenzt sie von ihrer Umgebung ab. Gleichzeitig ist sie offen für den ständigen Austausch mit ihrer Umwelt:

  • Nährstoffe gelangen durch sie in die Zelle.
  • Abfallstoffe werden wieder hinaus transportiert.
  • Hormone und Botenstoffe docken an spezielle Rezeptoren an und übermitteln Informationen.
  • Mineralien passieren gezielt dafür vorgesehene Kanäle.
  • Selbst unser Immunsystem erkennt über Strukturen der Zellmembran, welche Zellen zum eigenen Körper gehören und welche nicht.

Die Zellmembran ist weit mehr als eine Hülle. Sie ist die Schnittstelle für den Austausch zwischen der Zelle und ihrer Umwelt.

Besonders spannend finde ich ihren Aufbau. Die Zellmembran besteht hauptsächlich aus einer sogenannten Phospholipid-Doppelschicht. Das klingt zunächst kompliziert. Tatsächlich handelt es sich dabei um Milliarden winziger Fettmoleküle, die sich von selbst zu einer stabilen und gleichzeitig erstaunlich beweglichen Membran anordnen.

Man könnte sich das wie zwei Reihen kleiner Streichhölzer vorstellen, deren Köpfe nach aussen und nach innen in die Zelle zeigen, während sich die «Schwänze» in der Mitte berühren. Fettsäuren bilden das eigentliche Grundgerüst der Zellmembran. Zwischen ihnen befinden sich zahlreiche Eiweisse, Rezeptoren, Transportkanäle und weitere Moleküle, welche die unterschiedlichsten Aufgaben übernehmen. Nichts darin ist starr. Die einzelnen Moleküle bewegen sich ständig. Rezeptoren verändern ihre Form. Transportkanäle öffnen und schliessen sich. Signalstoffe docken an und lösen innerhalb der Zelle neue Prozesse aus.

Leben ist Bewegung.

Und genau diese Beweglichkeit scheint eine wichtige Voraussetzung dafür zu sein, dass eine Zelle ihre Aufgaben gut erfüllen kann.

Während meiner Recherche stiess ich immer wieder auf einen Begriff, der zunächst etwas technisch klingt: Membranfluidität.

Gemeint ist damit vereinfacht gesagt die Beweglichkeit oder «Geschmeidigkeit» einer Zellmembran. Sie darf weder zu starr noch zu instabil sein. Nur wenn sie sich in einem gesunden Gleichgewicht befindet, können viele ihrer Aufgaben optimal erfüllt werden.

An dieser Stelle konnte ich dann den Begriff der Omega-3 Fettsäuren einordnen.

Und dann lernte ich, dass es verschiedene solche Omega-3 Fettsäuren gibt wie ALA, EPA, DPA und DHA. Und ich stellte fest, dass es dazu unzählige Aussagen, Meinungen und Werbeversprechen gibt. Manche widersprachen sich sogar. Andere wollen Gesundheit vermitteln, sind aber auf Kommerz ausgerichtet und wieder andere können sogar gesundheitsschädlich sein (zum Beispiel, wenn solche Fettsäuren oxidieren). Ich wollte deshalb nicht einfach glauben, was mir erzählt wird, sondern ich wollte es verstehen.

  • Welche Rolle spielen ALA, EPA, DPA und DHA tatsächlich, und welche Bedeutung haben sie für die Zellmembranen?
  • Gibt es noch weitere Omega-3 Fettsäuren und wo kommen sie her, wie werden sie im Körper umgewandelt?
  • Was kann der Körper selbst tun und was muss man ihm tatsächlich zuführen?
  • Kann man überhaupt feststellen, ob die Zellmembranen eines Menschen ausreichend mit diesen Fettsäuren versorgt sind?

Genau diese Fragen führten mich zum nächsten Schritt: eine tiefgehende und ausführliche Recherche.

Kann man eine gute Funktionsweise von Zellmembranen ermitteln?

Nachdem ich verstanden hatte, welche zentrale Rolle die Zellmembran für jede einzelne Körperzelle spielt, stellte sich für mich fast zwangsläufig die nächste Frage: Kann man überhaupt feststellen, wie gut unsere Zellmembranen funktionieren?

Wir messen den Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Vitamin-D. Es soll doch auch möglich sein, Rückschlüsse auf die Zusammensetzung unserer Zellmembranen zu ziehen.

Sehr schnell stellte ich fest, dass es erstaunlich viele Anbieter rund um Omega-3 gibt. Viele bieten Produkte an um den Omega-3 Spiegel zu verbessern und fast ebenso viele bieten inzwischen auch Tests an.

Je tiefer ich mich mit den Testverfahren beschäftigte, desto häufiger stellte ich fest, dass dieselben Begriffe unterschiedlich verwendet werden. Ich wollte deshalb verstehen, was eigentlich genau gemessen wird. Wird einfach bestimmt, wie viel Omega-3 ich in den letzten Tagen gegessen habe? Oder wird tatsächlich untersucht, welche Fettsäuren langfristig in meinen Zellmembranen eingebaut wurden? Diese Unterscheidung ist für mich entscheidend. Denn unser Blut verändert sich ständig. Bereits wenige Stunden nach einer Mahlzeit verändert sich die Zusammensetzung der Fettsäuren im Blutplasma. Eine Blutprobe unmittelbar nach einer fischreichen Mahlzeit sieht deshalb anders aus als eine Blutprobe ohne Fischkonsum. Für mein Verständnis braucht es also Langzeitparameter.

So stiess ich auf die Arbeiten des deutschen Kardiologen Prof. Dr. Clemens von Schacky. Er hat gemeinsam mit Prof. William Harris den HS-Omega-3 Index® entwickelt – einen wissenschaftlich standardisierten Biomarker, der heute in zahlreichen Studien verwendet wird.

In diesem Verfahren wird die Membran der roten Blutkörperchen untersucht. Rote Blutkörperchen leben durchschnittlich rund 120 Tage. Ihre Zellmembran verändert sich deshalb nur langsam und spiegelt die Versorgung der vergangenen Monate wider.

Je mehr ich darüber las und je mehr Interviews ich mit Prof. von Schacky hörte, desto besser verstand ich:

Nicht die Menge an Omega-3, die wir einnehmen ist entscheidend. Entscheidend ist die Menge, die tatsächlich in unseren Zellmembranen angekommen ist. Und das ist auch bei gleicher Einnahme bei allen Menschen unterschiedlich.

Jeder Mensch verdaut Nahrung unterschiedlich. Jeder Stoffwechsel arbeitet etwas anders. Auch Alter, Körpergewicht, Ernährung und viele weitere Faktoren beeinflussen, wie viel EPA, DPA und DHA tatsächlich in den Zellmembranen eingebaut werden. Zwei Menschen können deshalb dieselbe Menge Omega-3 einnehmen und trotzdem ganz unterschiedliche Werte erreichen.

Anstatt zu fragen: «Wie viel Omega-3 sollte ich täglich einnehmen?» lautet die viel spannendere Frage: «Wie gut sind meine Zellmembranen heute tatsächlich mit den wichtigen Omega-3 Fettsäuren versorgt?»

Als ich dann versuchte diese Frage zu beantworten, stiess ich auf die nächste Herausforderung: Es gibt verschiedene Testverfahren, unterschiedliche Labore und zahlreiche Anbieter.

Der HS-Omega-3 Index® misst nicht die gesamte Funktionsfähigkeit einer Zellmembran. Er misst auch nicht ihre tatsächliche Beweglichkeit (Fluidität). Der Laborbericht zum HS-Omega-3 Index® enthält neben dem eigentlichen HS-Omega-3 Index® eine umfassende Analyse weiterer Fettsäuren, darunter DPA sowie Omega-6-, Omega-7-, Omega-9-, Trans-, gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren. Der HS-Omega-3 Index® selbst beschreibt den Anteil von EPA und DHA in den Membranphospholipiden roter Blutkörperchen.

Meine Suche nach seriösen Antworten

Mit vielen Antworten, die ich fand, entstanden auch neue Fragen. Anfangs glaubte ich, ich müsste lediglich herausfinden, welches Omega-3 Produkt das beste ist. Doch schon nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass diese Frage viel zu kurz greift. Denn bevor ich entscheiden konnte, welches Produkt ich einem Menschen empfehlen würde, musste ich zunächst verstehen,

  • welche Fettsäuren überhaupt wichtig sind,
  • welche Aufgaben sie im Körper übernehmen,
  • ob sie vom Körper selbst hergestellt werden können,
  • wie sie aufgenommen werden,
  • welche Rolle Fisch und Algen dabei spielen,
  • ist es hinsichtlich der Überfischung der Weltmeere, der hohen Anteile von Schwermetallen und Mikroplastiken in den Fischen noch zumutbar auf Fischöl zurückzugreifen,
  • wie sich Menschen versorgen, die kein Fisch-Produkt zu sich nehmen wollen?
  • wozu braucht es den Fisch im Zusammenhang mit Omega-3 überhaupt oder ist es nicht ausreichend, sowie ökologisch und ökonomisch sinnvoller auf Omega-3 aus Mikroalgen zurückzugreifen,
  • wie sich verschiedene Produkte unterscheiden,
  • wie man ihre Qualität beurteilt
  • und vor allem, wie sich überhaupt feststellen lässt, ob ein Mensch ausreichend versorgt ist.

Ich begann deshalb, Studien zu lesen, Interviews anzuhören und die Webseiten unterschiedlichster Anbieter miteinander zu vergleichen. Dabei stiess ich auf sehr unterschiedliche Philosophien. Einige Hersteller konzentrieren sich vor allem auf ihre Produkte. Andere auf Nahrungsergänzung allgemein. Wieder andere auf Laboranalysen. Schnell stellte ich fest, dass es zwar viele Informationen gibt, diese aber nicht immer dieselben Aussagen machen. Manche widersprechen sich sogar. So las ich beispielsweise, Leinöl könne den gesamten Omega-3 Bedarf decken. Andere erklärten, dass insbesondere EPA und DHA entscheidend seien. Manche empfahlen möglichst hohe Dosierungen. Andere sprachen von ganz anderen Mengen. Einige Anbieter stellten das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in den Mittelpunkt. Andere wiederum erklärten, dieser Wert alleine sage nur wenig aus. Auch bei den Bluttests entdeckte ich grosse Unterschiede. Es gibt Labore, die viele und andere die nur wenige Fettsäuren bestimmen. Viele Tests erfolgen mit Trockenblut, andere Tests mit EDTA-Blut. Manche werben mit einem Omega-3 Index, ohne genau zu erklären, wie dieser berechnet wird. Andere verwenden wissenschaftlich standardisierte Verfahren.

Je tiefer ich in diese Welt eintauchte, desto klarer wurde mir, dass ich einen Weg favorisiere, der möglichst unabhängig von einzelnen Produkten ist. Ich wollte zuerst verstehen. Erst danach wollte ich entscheiden. Während meiner Recherche begegnete mir Prof. Dr. Clemens von Schacky immer häufiger. Nicht nur in wissenschaftlichen Veröffentlichungen, sondern auch in Interviews, Fachvorträgen und medizinischen Empfehlungen. Seine Haltung beeindruckt mich. Er spricht erstaunlich wenig über Produkte. Stattdessen nennt er wissenschaftliche Standards, objektive Messungen und individuelle Unterschiede zwischen Menschen. Genau diese Haltung entspricht meinem eigenen Anspruch.

Ich möchte Menschen nicht aufgrund von Werbeversprechen begleiten. Ich möchte nachvollziehbar erklären können, warum ich etwas empfehle. Nach vielen Stunden Recherche kristallisierte sich für mich deshalb langsam ein Bild heraus.

Die Bedeutung von Fettsäuren wird seit mehreren Jahrzehnten intensiv untersucht. Der HS-Omega-3 Index® wird heute in Hunderten wissenschaftlichen Publikationen verwendet und gehört zu den am besten untersuchten Biomarkern im Bereich der Omega-3 Forschung. Neuere Untersuchungen beschäftigen sich zudem zunehmend mit weiteren Omega-3 Fettsäuren wie DPA und ETA. Insbesondere für DPA, welche auch im Laborbericht zum HS-Omega-3 Index® enthalten ist, mehren sich Hinweise auf eigenständige biologische Funktionen, auch wenn die wissenschaftliche Datenlage im Vergleich zu EPA und DHA noch deutlich kleiner ist.

Für mich steht kein spezifisches Produkt im Mittelpunkt. Auch nicht ein bestimmter Hersteller. Sondern ein wissenschaftlich nachvollziehbarer Weg:

  • Zuerst verstehen.
  • Dann messen.
  • Danach entscheiden, welche Anpassung bei Verhalten und Einnahme für einen einzelnen Menschen sinnvoll ist.
  • Anschliessend individuell begleiten, wieder messen und wieder anpassen.

Mit diesem neuen Blick begann ich, die verschiedenen Laborverfahren, Testmethoden und Produkte noch einmal ganz neu zu betrachten. Plötzlich ergaben viele Zusammenhänge Sinn.

Und daraus entstand schliesslich die Entscheidung, welchen Weg ich künftig im just happy center gehen will.

Hier eine Grafik zur Illustration des HS-Omega-3 Index®:

Schematische Darstellung einer Zellmembarn für den Bericht zu Omega-3 Fettsäuren
Es handelt sich dabei um eine schematische Darstellung biologischer Zellmembranen.
Die dargestellten Membranen sind vereinfachte Modelle. Biologische Zellmembranen enthalten stets eine Mischung verschiedener Phospholipide mit unterschiedlichen Fettsäurekombinationen sowie weitere Membranlipide und Proteine. Die Eigenschaften biologischer Membranen werden neben der Fettsäurezusammensetzung unter anderem durch den Cholesteringehalt und die Zusammensetzung der Phospholipide beeinflusst. Der HS-Omega-3 Index® beschreibt den Anteil von EPA und DHA in den Membranphospholipiden roter Blutkörperchen. Er erlaubt keine unmittelbaren Aussagen über die vollständige Zusammensetzung oder sämtliche funktionellen Eigenschaften von Zellmembranen.

Was mich überzeugt hat

Nach vielen Stunden des Lesens, Zuhörens, Vergleichens und Nachdenkens stellte ich mir schliesslich eine ganz einfache Frage:

Welche Aussagen sind wissenschaftlich nachvollziehbar und ergeben für mich aus biologischer Sicht und hinsichtlich Verständlichkeit und Praktikabilität im Alltag verschiedenster Menschen Sinn?

Dabei kristallisierten sich einige Erkenntnisse heraus, die mir zum Teil schon bekannt und zum Teil neu waren und welche heute die Grundlage meiner eigenen Haltung bilden.

1. Gesundheit beginnt in der Zelle

Gesundheit beginnt nicht beim Körper eines Menschen, nicht bei seinen Organen, sondern bei den Zellen und dem beim Verhalten eines Menschen, was er für seine Zellen tut – mit seinen Gedanken, mit seinen Taten und mit seiner Bewegung. Funktionieren Zellen gut, kann auch das Organ seine Aufgabe erfüllen und funktionieren alle Organe gut, funktioniert auch der Körper gut.

2. Nicht die Dosis entscheidet, sondern der tatsächlich erreichte Spiegel

Dieser Gedanke hat meine Sicht auf Omega-3 grundlegend verändert. Jeder Mensch verdaut Nahrung anders. Jeder Stoffwechsel arbeitet etwas unterschiedlich. Deshalb gelangen trotz gleicher Einnahmemenge bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Mengen an EPA und DHA tatsächlich in die Zellmembranen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: «Wie viel Omega-3 nehme ich ein?» sondern «Wie gut sind meine Zellmembranen tatsächlich versorgt?». Für mich ist das ein grundlegender Unterschied.

3. Messen ist besser als vermuten

Wenn wir unseren Blutdruck kennen möchten, messen wir ihn. Wenn wir unseren Langzeitblutzucker kennen möchten, bestimmen wir den HbA1c-Wert. Wenn wir wissen möchten, ob ein Vitamin-D-Mangel besteht, messen wir den Vitamin-D-Spiegel. Warum sollten wir also bei Omega-3 anders vorgehen? Diese Überlegung erscheint mir heute völlig selbstverständlich. Keine Vermutungen, keine Durchschnittswerte, keine Werbeversprechen. Sondern eine möglichst objektive Messung.

4. Der HS-Omega-3 Index® überzeugt mich

Während meiner Recherche lernte ich verschiedene Testverfahren kennen. Am meisten überzeugt hat mich der wissenschaftlich standardisierte HS-Omega-3 Index®, wie er von Prof. Dr. Clemens von Schacky und Prof. William Harris entwickelt wurde.

5. Fischöl oder Algenöl?

Auch diese Frage beschäftigte mich intensiv. Schliesslich stammen EPA und DHA ursprünglich aus Mikroalgen. Fische nehmen diese Fettsäuren über die Nahrung auf und geben sie als Nahrung für den Menschen weiter.

Heute können hochwertige Mikroalgen direkt kultiviert werden – nicht nur für den Menschen, sondern auch als Futter für Fischzuchten.

Sowohl hochwertiges Fischöl als auch hochwertiges Algenöl sind also sinnvolle Quellen für EPA und DHA.

Welche Variante besser passt, hängt aus meiner Sicht von den persönlichen Werten, der Ernährung und den individuellen Bedürfnissen eines Menschen ab. Unterschiede in den Empfehlungen können sich auch aus dem DPA-Spiegel ergeben.

6. Unabhängigkeit schafft Vertrauen

Ich will mich weder an eine einzelne Firma noch an ein bestimmtes Vertriebssystem binden. Mein Wunsch ist es, Menschen unabhängig beraten zu können. Die Diagnostik soll möglichst objektiv erfolgen. Erst danach soll gemeinsam entschieden werden, welche Form der Unterstützung sinnvoll ist. Ich will Menschen dabei unterstützen, ihren eigenen Körper besser zu verstehen und auf dieser Grundlage selbstbestimmte Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen und ich bin überzeugt, dass dieser Weg langfristig mehr Vertrauen schafft als allgemeine Empfehlungen oder pauschale Dosierungen.

Und genau deshalb wird dieser Ansatz künftig die Grundlage meiner Arbeit im just happy center sein.

Was bedeutet das für just happy center Klienten?

Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Seine Ernährung. Seinen Alltag. Seine Werte. Seine gesundheitlichen Ziele. Gemeinsam mit jedem Menschen werden wir herausfinden, welcher Weg für diesen Menschen sinnvoll ist.

Eine Messung macht zu Beginn Sinn, denn wir wollen ja weg von Vermutungen hin zu individueller Betreuung. Ein detaillierter Laborbericht zum HS-Omega-3 Index® liefert uns den Ausgangspunkt. Und auch spätere Messungen helfen uns zu überprüfen, ob die gewählten Massnahmen tatsächlich den gewünschten Effekt haben.

Ein Laborbericht allein verändert allerdings noch keine Gesundheit. Entscheidend ist, die Ergebnisse zu verstehen und daraus Massnahmen abzuleiten und diese auch umzusetzen.

Erst dann stellt sich die nächste Frage: Wie kann die Versorgung mit den wichtigen Omega-3 Fettsäuren sinnvoll verbessert werden?

Für manche Menschen ist es vielleicht grundsätzlich gut Anpassungen am Lebensstil oder der Ernährung vorzunehmen. Für die einen Menschen passt hochwertiges Fischöl. Für andere hochwertiges Algenöl.

Mir ist wichtig, dass die Empfehlung zum Menschen passt und nicht umgekehrt.

Mein Ziel ist nicht, Menschen von einem Produkt zu überzeugen. Mein Ziel ist, ihnen zu helfen, ihren eigenen Körper besser zu verstehen und sie auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Gesundheitsförderung kompetent und unabhängig zu begleiten.

Ich freue mich darauf, diesen Weg künftig im just happy center gemeinsam mit interessierten Menschen zu gehen.

Dabei ist das Thema Zellgesundheit nur ein Teilaspekt. Andere Themen wie Mikrobiom, Vitamin D und andere wissenschaftlich fundierte Möglichkeiten der Gesundheitsförderung gehören ebenfalls dazu.

Gesundheit entsteht selten durch eine einzelne Massnahme. Sie entsteht dort, wo viele kleine, gut verstandene Bausteine zu einem stimmigen Ganzen zusammenfinden.

Falls Du gerne mit einer ersten Messung Deinen individuellen Standort bestimmen möchtest, lass es mich gerne wissen. Ich unterstütze Dich gerne.

Essenz meiner Recherche

Es geht nicht primär um Dosis, nicht primär um Marken und Lieferanten von Produkten, nicht um Öl oder Kapseln, sondern viel mehr darum, dass ein ideales Verhältnis der verschiedenen Fettsäuren in den Zellen integriert ist und dass man dazu jeden Menschen individuell begleiten soll, dass man darauf achten soll, Omega-3 Produkte täglich zur Hauptmahlzeit einzunehmen, die Kühlung der Produkte ununterbrochen sicherzustellen um Oxidation zu verhindern und dass man im Abstand von mindestens vier Monaten jeweils wieder mit einem Test überprüft, ob die Zielwerte in den Zellmembranen erreicht wurden. Und dass diese Überprüfung eigentlich für einen gesundheitsbewussten Menschen zu einer lebenslangen Aufgabe gehört.

FrageAntwort
Wo beginnt körperliche Gesundheit?Sie beginnt in jeder einzelnen Körperzelle.
Welche Rolle spielt die Zellmembran?Sie ermöglicht Kommunikation und Stoffaustausch – Aufnahme und Abfuhr. Dabei ist ihre «Geschmeidigkeit» von besonderer Bedeutung.
Welche Omega-3 Fettsäuren sind entscheidend?Vor allem EPA und DHA. Zunehmend auch DPA.
Was ist mit Omega-6?Omega-6 ist lebenswichtig. Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis und kein Übermass, insbesondere an Linolsäure.
Reichen Leinöl, Chiasamen, Hanfsamen oder Walnüsse?Nicht zuverlässig zur Versorgung mit EPA, DPA und DHA.
Fisch oder Algen?Beides kann sinnvoll sein.
Kapseln oder Öl?Beides kann sinnvoll sein. Entscheidend sind Qualität, sachgerechte Lagerung und die individuelle Verträglichkeit.
Kann man den Status messen?Ja, mit verschiedenen Methoden und Anbietern – Für mich am stimmigsten mit dem herstellerunabhängigen HS-Omega-3 Index®.
Reicht eine Dosierungsempfehlung?Nein – entscheidend ist der individuell erreichte Spiegel.
Was überzeugt mich persönlich?Verstehen → Messen → Individuelle Produktewahl und Dosierung → Vier Monate einnehmen → Messen → Strategie anpassen und wieder einnehmen, messen, anpassen.
Was biete ich im just happy center an?Beratung, Begleitung, Test-Kits und optional Zugang zu Produkten.

Weitere Themenbereiche zur Vertiefung

Was ist eigentlich eine Fettsäure?

Der Begriff «Fettsäure» klang für mich zunächst etwas irritierend. Ist das nun ein Fett oder eine Säure?

Tatsächlich ist eine Fettsäure ein Baustein, aus dem unser Körper viele verschiedene Fette aufbaut. Diese Fette erfüllen ganz unterschiedliche Aufgaben: Sie dienen als Energiereserve, sind Ausgangsstoffe für Hormone und Botenstoffe oder werden – wie im Fall der sogenannten Phospholipide – zu einem wichtigen Bestandteil unserer Zellmembranen.

Unsere Körperzellen bestehen also nicht einfach aus Fett. Zwar gibt es spezielle Fettzellen, deren Aufgabe die Speicherung von Energie ist. Die Zellmembran, also die äussere Begrenzung jeder Zelle, besteht jedoch zu einem grossen Teil aus Phospholipiden. Diese enthalten wiederum verschiedene Fettsäuren.

Wie schon erwähnt, kann man sich eine Zelle wie ein Haus vorstellen. Die Zellmembran ist ihre Aussenwand, und die Fettsäuren sind ein Teil der Bausteine, aus denen diese Wand aufgebaut wird.

Dabei spielt nicht nur die Menge der Fettsäuren eine Rolle, sondern vor allem ihre Art. Die marinen Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA verleihen der Zellmembran eine hohe Beweglichkeit (Membranfluidität). Dadurch können Nährstoffe, Botenstoffe und Informationen besser zwischen der Zelle und ihrer Umgebung ausgetauscht werden.

Es geht bei Omega-3 deshalb nicht einfach darum, «mehr Fett» zu essen. Entscheidend ist, dem Körper die richtigen Bausteine zur Verfügung zu stellen, damit er daraus leistungsfähige und gut funktionierende Zellmembranen aufbauen kann.

Was ist mit Omega-6 Fettsäuren?

Wer sich mit Omega-3 beschäftigt, begegnet früher oder später auch den Omega-6 Fettsäuren. Oft werden sie als «ungesund» oder sogar als «entzündungsfördernd» bezeichnet. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Omega-6 Fettsäuren gehören – genau wie Omega-3 – zu den essentiellen Fettsäuren. Das bedeutet, dass unser Körper sie nicht selbst herstellen kann und wir sie über die Nahrung aufnehmen müssen.

Zu den wichtigsten Omega-6 Fettsäuren gehören:

  • Linolsäure (LA) – sie kommt vor allem in Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeim-, Soja- und Traubenkernöl sowie in vielen verarbeiteten Lebensmitteln vor.
  • Arachidonsäure (AA) – sie findet sich hauptsächlich in Fleisch, Innereien und Eigelb.

Beide erfüllen wichtige Aufgaben im Körper. Sie sind Bestandteile von Zellmembranen und dienen als Ausgangsstoffe für zahlreiche Botenstoffe. Gerade die Arachidonsäure wird häufig als «entzündungsfördernd» bezeichnet. Tatsächlich entstehen aus ihr unter anderem Signalstoffe, welche Entzündungsreaktionen ermöglichen. Das ist an sich nichts Schlechtes, denn Entzündungen gehören zu den natürlichen Schutz- und Reparaturmechanismen unseres Körpers. Ohne sie könnten Wunden nicht heilen und Krankheitserreger nicht wirksam bekämpft werden.

Ebenso entstehen aus EPA und DHA spezielle Botenstoffe, welche dazu beitragen, Entzündungsreaktionen wieder zu regulieren und nach erfüllter Aufgabe zu beenden.

Aus heutiger Sicht geht es deshalb weniger darum, Omega-6 zu vermeiden, sondern vielmehr darum, ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Omega-6- und Omega-3 Fettsäuren zu erreichen.

Prof. Dr. Clemens von Schacky weist allerdings darauf hin, dass auch das oft zitierte Omega-6 / Omega-3 Verhältnis nur begrenzt aussagekräftig ist. Je nachdem, welche Fettsäuren gemessen werden und in welchem Gewebe die Messung erfolgt, können sehr unterschiedliche Werte entstehen.

Deshalb überzeugt mich persönlich die objektive Bestimmung des HS-Omega-3 Index®. Dieser zeigt, wie gut die Zellmembranen tatsächlich mit den entscheidenden Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA versorgt sind.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unsere Ernährung deutlich verändert. Der Konsum industriell verarbeiteter Lebensmittel und von Pflanzenölen wie Sonnenblumen-, Maiskeim-, Soja- oder Distelöl hat stark zugenommen. Dadurch nehmen viele Menschen heute wesentlich mehr Linolsäure auf als frühere Generationen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Omega-6 grundsätzlich problematisch wäre. Vielmehr verschiebt sich dadurch das Gleichgewicht der aufgenommenen Fettsäuren.

Meine persönliche Wahrnehmung zu Omega-6:

Omega-6 Fettsäuren sind wichtig und gehören zu einer gesunden Ernährung. Besonders stark verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig grosse Mengen an omega-6-reichen Pflanzenölen. Natürliche Lebensmittel wie Nüsse, Samen oder hochwertige Pflanzenöle bewerte ich anders als industriell stark verarbeitete Fertigprodukte. Je nach Resultat im individuellen HS-Omega-3 Index® kann es sein, dass ein Mensch die Zufuhr von Omega-6 reduzieren soll, aber statt grundsätzlich darauf zu plädieren Omega-6 Fettsäuren zu vermeiden, erscheint es mir sinnvoller, auf eine insgesamt ausgewogene Ernährung zu achten und gleichzeitig die Versorgung mit EPA und DHA sicherzustellen.

Welche Wirkungen kann ein guter Omega-3 Spiegel haben?

Bei einem guten Omega-3 Spiegel geht es vor allem um die langkettigen Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA. Auch DPA gehört zu den langkettigen marinen Omega-3 Fettsäuren und übernimmt im Körper wichtige Funktionen. ALA ist ebenfalls eine essentielle Omega-3 Fettsäure, zählt jedoch nicht zu den langkettigen marinen Omega-3 Fettsäuren. Der HS-Omega-3 Index® berücksichtigt ausschliesslich den Anteil von EPA und DHA in den Membranen der roten Blutkörperchen.

Prof. Dr. Clemens von Schacky beschreibt für den HS-Omega-3 Index® einen Zielbereich von 8 bis 11 Prozent. Entscheidend ist dabei nicht, wie viel Omega-3 eingenommen wird, sondern welcher Spiegel tatsächlich erreicht wird. Ein Wert oberhalb des Zielbereichs ist dabei nicht automatisch besser.

Gut wissenschaftlich belegt oder besonders gut untersucht ist, dass ein günstiger Omega-3 Spiegel insbesondere mit folgenden Bereichen in Verbindung gebracht wird:

  • Normale Funktion des Herzens.
  • Niedrigere Triglyceridwerten.
  • Menschen mit idealen Spiegeln haben ein geringeres Risiko für den plötzlichen Herztod.
  • Normale Funktion des Gehirns.
  • Erhalt einer normalen Sehkraft.
  • Entwicklung von Gehirn und Augen während Schwangerschaft und früher Kindheit.
  • Bildung und Funktion von Zellmembranen.
  • Sowie der Regulation und Auflösung von Entzündungsprozessen.

Darüber hinaus vielversprechend und Gegenstand weiterer Forschung:

  • Erhalt geistiger Leistungsfähigkeit im Alter.
  • Demenz und Alzheimer-Erkrankung.
  • Depressionen und weiteren psychischen Erkrankungen.
  • ADHS.
  • Regeneration und Muskelbeschwerden nach körperlicher Belastung.
  • chronisch-entzündliche und autoimmune Erkrankungen.
  • Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsverlauf.
  • Akne und weiteren entzündlichen Hauterkrankungen.
  • Lebergesundheit.
  • Insulinresistenz.
  • sowie Körperzusammensetzung und Gewichtsregulation.

Gerade beim Körpergewicht ist eine klare Einordnung wichtig: Omega-3 führt nach heutigem Wissensstand nicht zuverlässig zu einer Gewichtsabnahme. Es kann möglicherweise einzelne Stoffwechselparameter begleiten, ersetzt jedoch keine passende Ernährung, Bewegung oder notwendige medizinische Behandlung.

Bei der metabolisch bedingten Fettleber gibt es Hinweise auf Verbesserungen des Leberfettgehalts und der erhöhten Triglyceride. Auch hier ist Omega-3 als möglicher ergänzender Baustein zu verstehen und nicht als alleinige Therapie.

Omega-3 ist also kein Wundermittel. Die Fettsäuren sind vielmehr wichtige Bestandteile unserer Zellmembranen und beeinflussen grundlegende biologische Prozesse. Der wissenschaftlich nachvollziehbare Weg lautet deshalb: messen, individuell versorgen und nach frühestens vier Monaten erneut messen.

Was genau ist eigentlich ALA, EPA, DPA und DHA?

Wenn von Omega-3 gesprochen wird, ist damit nicht nur eine einzelne Fettsäure gemeint. Tatsächlich gehören verschiedene Fettsäuren zur Omega-3 Familie, die im Körper unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Obwohl alle diese Fettsäuren zur Omega-3 Familie gehören, erfüllen sie unterschiedliche Funktionen.

ALA (Alpha-Linolensäure) ist die essentielle pflanzliche Omega-3 Ausgangsfettsäure. Sie dient dem Körper unter anderem als Vorstufe für EPA, DPA und DHA und besitzt darüber hinaus eigene Stoffwechselfunktionen. Sie kommt zum Beispiel in Lein-, Chia- und Hanfsamen und daraus gewonnen Ölen, sowie in Walnüssen vor. Der Begriff «Essentiell» bedeutet dabei, dass unser Körper sie nicht selbst herstellen kann und wir sie deshalb über die Nahrung aufnehmen müssen.

EPA (Eicosapentaensäure) ist vor allem an der Regulation und anschliessenden Auflösung von Entzündungsprozessen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle für das Herz-Kreislauf-System, die Gefässe und zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

DPA (Docosapentaensäure) ist eine langkettige marine Omega-3 Fettsäure, die im Stoffwechsel eine vermittelnde Rolle zwischen EPA und DHA einnimmt. Sie kann je nach Bedarf in beide Richtungen umgewandelt werden und scheint unter anderem die Herz-Kreislauf-Gesundheit sowie Reparatur- und Regenerationsprozesse im Gewebe zu unterstützen. Ihre Funktionen werden derzeit intensiv erforscht.

DHA (Docosahexaensäure) ist ein zentraler Baustein von Zellmembranen. Besonders hoch ist ihr Anteil im Gehirn, in der Netzhaut des Auges und im Nervensystem. Dort trägt sie wesentlich zur Beweglichkeit (Fluidität) und damit zur Funktionsfähigkeit der Zellmembranen bei.

Unser Körper kann aus ALA zwar grundsätzlich EPA, DPA und DHA herstellen. Diese Umwandlung ist beim Menschen jedoch sehr ineffizient und zudem individuell sehr unterschiedlich. Der menschliche Körper kann ALA zwar verlängern und weiter umwandeln, die Bildung ausreichender Mengen an EPA und insbesondere DHA ist jedoch stark begrenzt. Deshalb betrachten viele Wissenschaftler EPA und DHA als die entscheidenden Omega-3 Fettsäuren, die möglichst direkt über Fisch, Fischöl oder Öl aus kultivierten Mikroalgen zugeführt werden sollten.

DPA ist ebenfalls biologisch bedeutsam, wird jedoch bislang deutlich weniger erforscht als EPA und DHA. Deshalb konzentriert sich die moderne Forschung heute vor allem auf EPA und DHA.

Welche Omega-3 Fettsäuren gibt es und wo kommen all die Fettsäuren her?

Zur Omega-3 Familie gehören unter anderem:

  • ALA – Alpha-Linolensäure
  • SDA – Stearidonsäure
  • ETA – Eicosatetraensäure
  • EPA – Eicosapentaensäure
  • DPA – Docosapentaensäure
  • DHA – Docosahexaensäure

Diese Fettsäuren sind über verschiedene Stoffwechselschritte miteinander verbunden. Ausgangspunkt ist die essentielle Omega-3 Fettsäure ALA, die wir über pflanzliche Lebensmittel aufnehmen müssen. Der Körper kann ALA schrittweise in SDA, ETA, EPA, DPA und schliesslich DHA umwandeln. Diese Umwandlung verläuft beim Menschen jedoch nur begrenzt und ist individuell sehr unterschiedlich.

ALA kommt vor allem in Lein-, Chia- und Hanfsamen sowie in Walnüssen und daraus gewonnenen Ölen vor. EPA, DPA und DHA finden sich hauptsächlich in fettreichen Meeresfischen sowie in Mikroalgen. Fische bilden diese Fettsäuren nicht selbst, sondern nehmen sie über die Nahrungskette auf – ursprünglich stammen sie von Mikroalgen und anderen Meeresmikroorganismen.

Für die menschliche Ernährung stehen vor allem EPA und DHA im Mittelpunkt, da ihre gesundheitliche Bedeutung besonders gut untersucht ist und sie auch die Grundlage des HS-Omega-3 Index® bilden. DPA und die übrigen Omega-3 Fettsäuren sind ebenfalls Bestandteile der Omega-3 Familie und werden wissenschaftlich zunehmend untersucht.

Wie werden die Omega-3 Fettsäuren umgewandelt und was kann der menschliche Körper selbst?
Schematische Darstellung der Omega-3 Fettsäuren im Körper
Vereinfachte Darstellung der körpereigenen Umwandlung der pflanzlichen Omega-3 Fettsäure ALA in die langkettigen Omega-3 Fettsäuren EPA, DPA und DHA sowie ihrer direkten Zufuhr über marine Quellen oder Mikroalgen. Die tatsächlichen Stoffwechselwege sind komplexer und werden unter anderem durch genetische Faktoren, Ernährung und Stoffwechselsituation beeinflusst.

Jede Umwandlungsstufe benötigt Enzyme. Diese arbeiten jedoch nicht bei allen Menschen gleich effizient. Deshalb erreichen trotz gleicher Ernährung verschiedene Menschen sehr unterschiedliche EPA- und DHA-Spiegel.

Der menschliche Körper kann ALA nicht selbst herstellen. Er muss sie deshalb über die Nahrung aufnehmen. Aus ALA kann der Körper EPA und DHA bilden. Diese Umwandlung reicht jedoch häufig nicht aus, um einen günstigen HS-Omega-3 Index® zu erreichen. EPA und DHA sollten deshalb über Fisch oder Mikroalgen aufgenommen werden.

Wann nimmt man Omega-3 Produkte am besten ein?

Omega-3 Produkte müssen unterbruchslos gekühlt werden, um die Oxidation zu vermeiden und sie sollen zu einer Hauptmahlzeit eingenommen werden. Nur mit einer Hauptmahlzeit werden genügend Galle und Verdauungsenzyme ausgeschüttet um die Fette aufzunehmen. Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten reichen dazu nicht. Es wäre ja schade, wenn das gewählte Produkt statt im Körper eingebaut zu werden einfach wieder ausgeschieden wird. Ob Öl oder Kapseln verwendet werden, ist dabei weniger entscheidend als der Zeitpunkt der Einnahme.

Warum reicht die Einnahme von Lein-, Chia, Hanfsamen, sowie Walnüssen und den daraus gewonnenen Ölen nicht?

Leinöl sowie Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen oder Hanföl und Walnüsse enthalten reichlich ALA und sind deshalb wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung.

Lange ging man davon aus, dass der Körper aus ALA ausreichend EPA und DHA bilden könne. Heute weiss man jedoch, dass diese Umwandlung individuell sehr unterschiedlich ist und häufig nur in geringem Umfang erfolgt. Ein Teil des aufgenommenen ALA wird zudem direkt zur Energiegewinnung genutzt und steht für die Umwandlung gar nicht mehr zur Verfügung.

Wer seinen EPA- und DHA Spiegel gezielt verbessern möchte, sollte sich deshalb nicht ausschliesslich auf pflanzliche ALA-Quellen verlassen.

Das bedeutet nicht, dass Leinöl, Chiasamen, Hanfsamen oder Walnüsse ungeeignet wären. Im Gegenteil: Sie liefern die essentielle Omega-3 Fettsäure ALA und sind ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. Sie können eine direkte Versorgung mit EPA und DHA jedoch häufig nicht vollständig ersetzen.

Profitieren auch bestehende Zellen von Omega-3?

Ja. Nicht nur neu entstehende Zellen bauen Zellmembranen auf. Auch bestehende Zellen erneuern ihre Membranbestandteile laufend. Die darin enthaltenen Phospholipide und Fettsäuren werden kontinuierlich abgebaut und wieder neu eingebaut. Dadurch können EPA und DHA auch in lang bestehende Zellen – beispielsweise Nervenzellen – nach und nach in die Zellmembran integriert werden.

Wie schnell dies geschieht, hängt vom jeweiligen Gewebe ab. Rote Blutkörperchen reagieren innerhalb weniger Monate, während andere Gewebe – insbesondere das Gehirn – deutlich langsamer auf Veränderungen der Omega-3 Versorgung reagieren können.

Genau deshalb ist der HS-Omega-3 Index® ein Langzeitmarker: Er zeigt bereits nach etwa vier Monaten, wie gut die Versorgung mit EPA und DHA geworden ist. Bis sich alle Gewebe in gleichem Ausmass angepasst haben, kann jedoch deutlich mehr Zeit vergehen.

Wie funktioniert der HS-Omega-3 Index®?

Der HS-Omega-3 Index® wurde von Prof. Dr. Clemens von Schacky und Prof. William Harris entwickelt. Gemessen wird dabei der Anteil der beiden marinen Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA in den Membranen der roten Blutkörperchen. Da rote Blutkörperchen etwa 120 Tage leben, zeigt der Wert nicht nur die Ernährung der letzten Tage, sondern die durchschnittliche Versorgung der vergangenen Monate. Der HS-Omega-3 Index® gilt heute als wissenschaftlich standardisierter Biomarker und wird in zahlreichen Studien verwendet. Aus Sicht von Prof. von Schacky liegt der optimale Bereich zwischen 8 und 11 Prozent. Nicht die eingenommene Menge Omega-3 Produkten ist entscheidend, sondern ob dieser Zielbereich tatsächlich erreicht wird.

Trockenblut- oder EDTA-Bluttests?

Grundsätzlich können beide Verfahren den HS-Omega-3 Index® bestimmen. Beim Trockenbluttest genügt ein kleiner Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Das Blut trocknet auf einer speziellen Karte und kann per Post an das Labor geschickt werden. Dieser Test kann ein erwachsener Mensch zuhause selbst durchführen.

Beim EDTA-Bluttest erfolgt eine klassische venöse Blutentnahme. Das Blut wird in einem EDTA-Röhrchen gesammelt und direkt an das Labor gesendet. Die Blutentnahme für den EDTA-Bluttest erfolgt durch medizinisches Fachpersonal.

Beide Methoden liefern bei korrekter Durchführung vergleichbare Ergebnisse für den HS-Omega-3 Index®.

Der Trockenbluttest eignet sich hervorragend für die Selbstanwendung und damit auch für die Begleitung von Klientinnen und Klienten im just happy center.

Die EDTA-Methode wird vor allem im medizinischen Umfeld eingesetzt oder wenn zusätzlich weitere Laboranalysen geplant sind.

Fischöl oder Algenöl?

Diese Frage hat mich besonders beschäftigt. Biologisch stammen EPA und DHA ursprünglich nicht aus Fischen, sondern aus Mikroalgen. Fische nehmen diese Fettsäuren über ihre Nahrung auf und speichern sie im Fettgewebe. Heute werden Mikroalgen direkt kultiviert, sodass EPA und DHA auch ohne Fisch gewonnen werden können.

Hochwertiges Fischöl besitzt eine lange wissenschaftliche Tradition und enthält häufig besonders hohe Mengen an EPA und DHA.

Algenöl ist eine hervorragende Alternative für Menschen, die vegetarisch oder vegan leben oder bewusst auf Fisch verzichten möchten.

Für mich gibt es deshalb keine allgemeingültige Antwort. Entscheidend sind Qualität, Reinheit, Nachhaltigkeit und die persönlichen Werte des einzelnen Menschen.

Warum reicht keine allgemeine Dosierungsempfehlung?

Manche Fachpersonen empfehlen 250 mg Omega-3 pro Tag, andere 1’000 mg und wieder andere noch deutlich höhere Mengen.

Prof. Dr. Clemens von Schacky berichtet, dass sich die Aufnahme und der Einbau der marinen Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA von Mensch zu Mensch bis etwa um den Faktor 13 unterscheiden können.

Was bedeutet das konkret?

Stellen wir uns zwei Menschen vor, die täglich genau dieselbe Menge Omega-3 einnehmen. Der erste Mensch erreicht dadurch einen optimalen HS-Omega-3 Index®. Der zweite Mensch nimmt dieselbe Menge ein, erreicht aber nur einen deutlich tieferen Wert. Weil jeder Mensch Nahrung unterschiedlich verdaut, Fette unterschiedlich aufnimmt und EPA und DHA unterschiedlich in die Zellmembranen einbaut.

Diese Unterschiede werden unter anderem beeinflusst durch:

  • genetische Faktoren,
  • Alter,
  • Stoffwechsel,
  • Körpergewicht,
  • Ernährung,
  • Darmgesundheit und Fettaufnahme,
  • Leberfunktion,
  • sowie den individuellen Verbrauch von Omega-3 im Körper.
Oxidation – worauf achten?

Omega-3 Fettsäuren sind empfindlich gegenüber Sauerstoff, Licht und Wärme. Werden sie nicht sorgfältig verarbeitet oder gelagert, können sie oxidieren. Oxidiertes Öl verliert nicht nur an Qualität, sondern schmeckt häufig auch unangenehm fischig oder ranzig. Ausserdem entstehen Oxidationsprodukte, die aus gesundheitlicher Sicht unerwünscht sind. Deshalb ist eine möglichst geringe Oxidation ein wichtiges Qualitätsmerkmal hochwertiger Omega-3 Produkte.

Es lohnt sich, auf Hersteller zu achten, die grossen Wert auf schonende Verarbeitung, niedrige Oxidationswerte und unabhängige Qualitätskontrollen legen.

Auch zuhause kann man viel zur Qualität beitragen:

  • kühl lagern (gemäss Herstellerangaben),
  • nach dem Öffnen innerhalb der empfohlenen Zeit verbrauchen,
  • Flaschen gut verschliessen,
  • direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
ÖL oder Kapseln?

Soll man Omega-3 lieber als Öl oder in Form von Kapseln einnehmen?

Je intensiver ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, desto klarer wurde mir, dass diese Frage eigentlich nicht die entscheidende ist. Viel wichtiger ist die Qualität des enthaltenen Öls.

Ein hochwertiges Omega-3 Produkt zeichnet sich deshalb unter anderem durch folgende Merkmale aus:

  • hochwertige und möglichst schadstoffarme Rohstoffe,
  • schonende Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen,
  • Schutz vor Sauerstoff während der Herstellung,
  • regelmässige Qualitätskontrollen,
  • möglichst geringe Oxidationswerte,
  • transparente Angaben des Herstellers.

Ob sich dieses hochwertige Öl anschliessend in einer Flasche oder in einer Kapsel befindet, ist zunächst zweitrangig.

Beide Darreichungsformen haben ihre Vor- und Nachteile.

Flüssiges Öl lässt sich sehr einfach individuell dosieren und ermöglicht ohne grossen Aufwand auch höhere Mengen an EPA und DHA. Gerade wenn aufgrund eines gemessenen HS-Omega-3 Index® eine höhere tägliche Zufuhr sinnvoll erscheint, ist dies mit einem Tee- oder Esslöffel Öl oft deutlich einfacher als mit mehreren Kapseln. Viele Menschen schätzen zudem, dass sie die Frische des Öls riechen und schmecken können. Nach dem Öffnen soll das Öl gemäss Herstellerangaben kühl gelagert und innerhalb der empfohlenen Zeit verbraucht werden.

Kapseln sind geschmacksneutral, praktisch für unterwegs und schützen das Öl grundsätzlich gut vor Licht und Sauerstoff. Gleichzeitig enthalten viele Kapseln vergleichsweise geringe Mengen EPA und DHA. Soll eine höhere tägliche Menge aufgenommen werden, müssen entsprechend viele Kapseln eingenommen werden, was unangenehm sein kann. Zudem werden Kapseln oft über längere Zeit in der Handtasche, im Rucksack oder im Auto mitgeführt. Gerade im Sommer können dort hohe Temperaturen entstehen. Hochwertige Kapseln sind zwar gut geschützt, dennoch sind Hitze und lange Lagerung für empfindliche Omega-3 Fettsäuren grundsätzlich nicht ideal.

Schwangerschaft und Omega-3

Wenn man sich mit Omega-3 beschäftigt, begegnet einem das Thema Schwangerschaft besonders häufig. Das hat einen guten Grund: Während der Schwangerschaft – insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel – wachsen Gehirn, Nervensystem und Netzhaut des ungeborenen Kindes mit hoher Geschwindigkeit. Für diesen Entwicklungsprozess wird vor allem die langkettige Omega-3 Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) benötigt.

Da der Fötus DHA nicht in ausreichender Menge selbst bilden kann, ist er auf die Versorgung über die Mutter angewiesen. Die DHA wird über die Plazenta zum Kind transportiert und dort bevorzugt in Gehirn- und Nervenzellen sowie in der Netzhaut eingelagert. Entsprechend steigt der Bedarf der Mutter während der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit, da DHA zusätzlich über die Muttermilch an das Kind weitergegeben wird.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie zahlreiche nationale und internationale Fachgesellschaften Schwangeren und Stillenden zusätzlich zu den allgemeinen Omega-3 Empfehlungen täglich DHA aufzunehmen.

Studien zeigen zudem, dass eine gute DHA-Versorgung der Mutter mit einer normalen Entwicklung von Gehirn und Sehkraft des Kindes zusammenhängt. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass eine ausreichende Omega-3 Versorgung das Risiko einer Frühgeburt verringern kann. Diese Zusammenhänge werden weiterhin intensiv erforscht.

In meinem Angebot zur Geburtsvorbereitung spielt auch eine ausgewogene Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen eine zentrale Rolle. Dazu gehört auch eine bedarfsgerechte Versorgung mit Omega-3 Fettsäuren – insbesondere mit DHA –, damit Mutter und Kind während dieser besonderen Lebensphase bestmöglich versorgt sind.

Vitamin D3/K2 und Omega-3 Fettsäuren

Vitamin D3/K2 und Omega-3 Fettsäuren werden häufig gemeinsam betrachtet, weil beide zu den fettlöslichen Nährstoffen gehören und an wichtigen Regulationsprozessen im Körper beteiligt sind. Ihre Aufgaben sind jedoch unterschiedlich.

Vitamin D3 wirkt vor allem als hormonähnlicher Botenstoff und beeinflusst zahlreiche Prozesse im Körper, unter anderem den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, die Knochenstabilität, die Muskelfunktion und die normale Funktion des Immunsystems. Vitamin K2 unterstützt dabei die Regulation des Calciumstoffwechsels, indem es bestimmte Proteine aktiviert, die Calcium im Knochen binden und an den richtigen Stellen im Körper nutzen.

Omega-3 Fettsäuren wie EPA und DHA sind dagegen vor allem Bestandteile von Zellmembranen und beeinflussen deren Aufbau und Beweglichkeit. Besonders EPA ist an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt, während DHA eine wichtige strukturelle Rolle in Gehirn, Nervensystem und Netzhaut spielt.

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3/K2 und Omega-3 kann sich deshalb sinnvoll ergänzen: Vitamin D3/K2 unterstützt die Regulation bestimmter Stoffwechsel- und Mineralprozesse, während Omega-3 Fettsäuren die Struktur und Kommunikation von Zellen mitprägen. Beide Nährstoffgruppen tragen auf unterschiedlichen Wegen zu einer normalen Funktion des Körpers bei.

Da Vitamin D3 und Omega-3 Fettsäuren fettlöslich sind, können sie ausserdem gemeinsam mit einer Mahlzeit aufgenommen werden, die gesunde Fette enthält. Eine regelmässige Versorgung ist dabei wichtiger als eine kurzfristig hohe Zufuhr.

Mikrobiom und Omega-3 Fettsäuren

Das Mikrobiom begleitet mich schon seit längerer Zeit (siehe auch separater Bericht «Mikrobiom und Wohlbefinden«). Lange bevor ich mich intensiv mit Omega-3 und Zellgesundheit beschäftigte, faszinierte mich die Erkenntnis, welchen Einfluss die Billionen von Mikroorganismen in unserem Darm auf unsere Gesundheit haben.

Heute weiss man, dass ein gesundes Mikrobiom weit mehr ist als eine funktionierende Verdauung. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen steht in engem Austausch mit unserem Körper und beeinflusst unter anderem unser Immunsystem, zahlreiche Stoffwechselprozesse, die Bildung bestimmter Vitamine sowie die Aufnahme und Verwertung verschiedener Nährstoffe.

Auch bei der Verdauung und Aufnahme von Fetten spielt der Darm eine zentrale Rolle. Eine gesunde Darmfunktion und eine intakte Darmbarriere schaffen wichtige Voraussetzungen dafür, dass fettlösliche Nährstoffe – und damit auch die Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA – gut aufgenommen und dem Körper zur Verfügung gestellt werden können.

Gleichzeitig zeigen neuere wissenschaftliche Untersuchungen, dass zwischen Omega-3 Fettsäuren und dem Mikrobiom eine wechselseitige Verbindung bestehen kann. EPA und DHA werden nicht nur in Zellmembranen eingebaut, sondern stehen auch mit Stoffwechselwegen und Entzündungsprozessen in Zusammenhang, die wiederum mit der Darmumgebung verbunden sind. Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Omega-3 Fettsäuren die Zusammensetzung und Aktivität bestimmter Darmbakterien beeinflussen können.

Das Zusammenspiel geht jedoch in beide Richtungen: Die Darmmikroorganismen können ihrerseits beeinflussen, wie Nährstoffe verarbeitet werden und wie der Körper mit bestimmten Fettsäuren umgeht. Mikrobiom, Ernährung und Zellgesundheit stehen deshalb nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden ein komplexes Netzwerk gegenseitiger Wechselwirkungen.

Für mich gehören diese beiden Themen deshalb zusammen: Ein gesundes Mikrobiom schafft wichtige Grundlagen für eine gute Nährstoffversorgung, während Omega-3-Fettsäuren ein weiterer Baustein sein können, um die Zellfunktion und körpereigene Regulationsprozesse zu unterstützen.

Was dieser Bericht nicht ist

Dieser Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Forschung rund um Zellgesundheit und Omega-3 entwickelt sich laufend weiter. Dieser Bericht ersetzt auch keine medizinische Beratung. Er beschreibt meinen persönlichen Weg durch die wissenschaftliche Literatur und die daraus entstandene Haltung zur Zellgesundheit. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen laufend. Deshalb verstehe ich auch diesen Bericht nicht als endgültige Wahrheit, sondern als eine Momentaufnahme meines heutigen Wissensstandes am 13. Juli 2026.

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